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Liebe Freundinnen und Freunde der Partnerstadt Ganey Tikva,

an dieser Stelle ein kurzes Update zur Lage in Ganey Tikva: In der Samstagsausgabe des Kölner Stadtanzeigers und der Bergischen Landeszeitung finden Sie einen von uns vermittelten Bericht. Omer Schlomowitz, stellvertretender Bürgermeister, hat ausführlich darüber informiert, was die Bürgerinnen und Bürger aktuell beschäftigt, und Bürgermeisterin Lizy Delaricha die passenden Fotos geschickt.

Den Zeitungsartikel finden Sie hier:
https://epages.ksta.de/data/182641/reader/reader.html?social#!preferred/0/package/182641/pub/239134/page/28/content/6504625

Die Fotos sind dem Beitrag mit Lizys Bericht vom 09.10. „Terror in Israel“ angehängt.

Hier noch einige ergänzende Eindrücke aus unseren Kontakten und Erläuterungen zu den Fotos:

Soldatinnen und Soldaten werden aus vielen Familien eingezogen. Oft kümmern sich nun die Großeltern um die Enkel, weil die Eltern im Armeedienst stehen, nicht immer in Kampfeinheiten, sondern auch in medizinischen oder logistischen Bereichen. Manche melden sich freiwillig, um die Armee zu unterstützen. In der Bildergalerie unter Lizys Beitrag vom 09.10. finden Sie das Foto einer Skulptur von Orna Ben-Ami, von der auch „unser“ Key of Friendship auf dem Ganey Tikva-Platz stammt. Die Skulptur heißt „Follow me“ und steht unmittelbar an der libanesischen Grenze, dort wo es jetzt ebenfalls zu Beschuss gekommen ist. Sie erinnert an einen Offizier, dem die Soldaten vertrauensvoll folgen. Genau das passiert jetzt überall in Israel.

Auch in Ganey Tikva werden Versorgungspakete für die Armee gepackt und - aufgrund der Räumung von gefährdeten Ortschaften im Süden - obdachlose Familien betreut. Ein Zivilschutz wurde eingerichtet und vom Militär geschult. Vieles ist Eigeninitiative der Bürgerschaft und des Stadtrats. Ausnahmsweise und der Kriegssituation angemessen traf sich der Stadtrat auch am Beginn des Schabbats im Rathaus, nicht ohne den Schabbatsegen, wie das Video von Lizy zeigt. Die Menschen in Ganey Tikva setzen ihre Energie auf ihre Weise und mit ihren Möglichkeiten für die Verteidigung ihres Landes ein, sie rücken trotz aller Gegensätze jetzt eng zusammen. Und um das kollektive Trauma besser verarbeiten zu können, haben sie gemeinsam der Opfer des Massakers gedacht.

Die Stimmung ist individuell unterschiedlich: Das Entsetzen über das Massaker ist vorherrschend, aber auch die Enttäuschung über die Regierung ist präsent, der falsche militärische Entscheidungen angelastet werden. Die Menschen sind vorwiegend stolz auf ihre Widerstands- und Tatkraft. Das zeigen auch die Fotos. Andererseits ist die große Sorge um die Lieben an der Front gegenwärtig, die Sorge um die Zukunft des Landes, um die Heimat, um die legitime Zuflucht für Jüdinnen und Juden, und natürlich die Sorge um das persönliche Wohlergehen mitten in den ständigen Luftalarmen und der allumfassenden Ungewissheit.

Was können wir tun? Zu wenig, aber wir versichern unseren Freundinnen und Freunden in Ganey Tikva immer wieder, dass unsere Gedanken und Herzen bei ihnen und bei Israel sind. Sie schreiben uns, dass wir ihnen so den Rücken stärken. Sie bitten uns aber auch, dass wir in unserem Umfeld die harte Reaktion Israels auf das Massaker verständlich machen.

Anbei sende ich Ihnen den Link zum Video von Rolf Faymonville, das er aus den Musikstücken des Klezmerkonzertes am 08.09. im Bensberger Museum zusammengestellt hat. Die Musik der Band Freylechs hilft, unsere Gedanken zu unseren jüdischen Freundinnen und Freunden wandern zu lassen:
https://youtu.be/q_X5QZMSFW4?si=xZGak7uFiOuHAWeh



Einladung zu zwei Veranstaltungen mit neuer Aktualität

Eine weitere Möglichkeit, sich gedanklich ganz besonders den Menschen in unserer Partnerstadt zuzuwenden, bieten zwei Veranstaltungen im November.

Zum einen der Gedenktag an die Opfer der Reichspogromnacht am 09.11. Es ist erschreckend, den Bogen von Deutschland 1938 nach Israel 2023 schlagen zu müssen. Damals wie heute werden Jüdinnen und Juden gedemütigt, misshandelt und brutal ermordet. Der Opfer des Terroranschlags am 07.10. im Süden Israels wird ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung gedacht.

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht 1938
in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern der integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP)

Zeit: Donnerstag, 09.11.2023, 17.00 Uhr
Ort: Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders, Stadtmitte

Die zweite Veranstaltung einen Tag später in Bensberg:

Eröffnung der Fotoausstellung
Jüdische Biografien - Leidtragende des Holocaust in Ganey Tikva und Bergisch Gladbach
in Zusammenarbeit mit Himmel un Ääd e.V.

Zeit: Freitag, 10.11.2023, 18.00 Uhr
Ort: Rathaus Bensberg, Wilhelm-Wagener-Platz, 51429 Bergisch Gladbach

Diese Rückblicke in die Vergangenheit des Dritten Reiches und des Holocausts haben eine furchtbare Aktualität: Der Thüringer Verfassungsschutz erklärt am heutigen Sonntag den Medien seine Befürchtung von Übergriffen auf Jüdische Menschen und Einrichtungen, weil radikale Palästinenser in Deutschland eine Reichspogromnacht 2.0 fordern.

In Ganey Tikva sind derweil die Worte des Bundeskanzlers aus seiner Regierungserklärung am 12.10. angekommen und positiv aufgenommen worden. Hoffen wir gemeinsam, dass den Worten Taten folgen.

Amos Oz: Esperanto - Die Geschichte von Martin im Kibbuz

Am Vorabend des Gedenktages an die Gründung der Staates Israel (14. Mai) hatte unser Verein in das Rathaus Stadtmitte zu einer Lesung aus der Kurzgeschichtensammlung von Amos Oz, „Unter Freunden“ eingeladen. Es handelt sich hierbei um acht Kurzgeschichten, deren Schauplatz ein Kibbuz der späten 1950er Jahre ist. Amos Oz hatte selbst als Jugendlicher einen Kibbuz zur Heimat gewählt. Zunächst aber …
Amos Oz: Esperanto - Die Geschichte von Martin im Kibbuz

Nie wieder...

... lassen wir es zu, dass unser Volk vernichtet wird. So werden viele Israelis denken, und vor diesem Hintergrund sehen sie den Präventivschlag gegen den Iran. Auch unsere Freunde in Ganey Tikva sind so motiviert. Mit dem Wissen um die Vernichtung von ca. sechs Millionen Juden im Holocaust und um alle Pogrome gegen Juden früher und heute, ist diese Einstellung …
Nie wieder...
All dies und noch viel mehr gibt es auf unserer Website zu sehen. Schauen Sie doch mal rein!
Schalom!

Susanne Schlösser
Städtepartnerschaft Ganey Tikva Bergisch Gladbach e.V.